Lilith bei der DM Halle Jugend 2026
Mit einem tollen Ergebnis kam Lilith zurück von den Deutschen Hallenmeisterschaften der U20, die dieses Jahr mal wieder in Sindelfingen stattfanden.
Traditionell sind die ersten zwei Monate des Jahres nicht gerade die Zeit, in der Frankenberger Athleten auf der Höhe ihres Leistungsvermögens sind. Ohne eine gut erreichbare Leichtathletikhalle, in der man geschützt von Wind, Wetter und Dunkelheit an technischen spezifischen Feinheiten arbeiten kann, bleibt es bei sporadischen Besuchen in Düsseldorf und bei Lilith über ihre Kaderzugehörigkeit auch in Leverkusen, um wenigstens die Basics zusammenzukriegen für die Hallensaison-Höhepunkte.
Auch Lilith Bruynswyck hat diesen Frankenberger Rhythmus schon gut verinnerlicht in ihrer noch immer jungen leichtathletischen Laufbahn. Auf einen kraftvollen Saisoneinstieg zu Beginn der Hallensaison fällt auch ihr bzw. ihrem Trainer die Weiterentwicklung ihres Leistungsvermögens im Winter immer wieder sehr viel schwerer als im Sommer. Weihnachten, Neujahr, Winter-Biorhythmus etc. tun ihr Möglichstes, um neue Bestleistungen so schwer wie möglich zu machen.
Insofern kann man ihr das zweimalige deutliche Unterbieten der Qualifikationsnorm für die Deutschen Hallenmeisterschaften in der Altersklasse U20 über die 200m im Januar gar nicht hoch genug anzurechnen. Hut ab, liebe Lilith!
Dass es danach schwierig werden würde, diese Leistung zu bestätigen, zeichnete sich da aber schon ab. Denn für sie standen andere, ebenfalls wichtige Termine an: nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit sechs hochintensive Auftritte im Schul-Musical, parallel dazu ein zweiwöchiges Schulpraktikum in einer Kita, karnevalsbedingt gesperrter Trainingsstätten und alles wiederum auf dem -vorläufigen- Höhepunkt der diesjährigen Welle der Infektionskrankheiten. Statt der normalen Zahl von 11 Trainingseinheiten konnte Lilith nur an fünf Trainingseinheiten teilnehmen; und selbst da war es ihr bis zum Schluss nicht möglich, auch nur ansatzweise „Gas zu geben“. Sie war einfach zu geschwächt von ihrer starken Erkältung, und ihre langfristige Gesundheit geht einfach vor.
Um dieses Handicap wissend aber trotzdem positiv gestimmt machte sich der Tross aus Athletin, Familie und Trainer dann am letzten Wochenende auf den Weg zum „Glaspalast“ in Sindelfingen.
Nach einem kurzen Kennenlern-Aufwärmen im designierten Aufwärmbereich am Freitagabend konnte sich Lilith am Samstag einige Wettkampf-Höhepunkte anschauen und einiges von der württembergischen kulturellen Nachbarschaft (Tübingen) kennenlernen. Am Abend ein nettes Abendessen mit Familie und dem mittlerweile separat angereisten Trainer bevor es dann Sonntag Morgen um 9 Uhr losging mit der engeren Wettkampfvorbereitung, und zwar mit einer aufgeregten, aber deutlich weniger angespannten Lilith als im letzten Sommer bei ihrer DM-Premiere in Wattenscheid.
Der Entwurf der Wettkampfvorbereitung war schon für sich alleine genommen eine Herausforderung: Bei bis zu 16 möglichen Läufen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von 75 Minuten erstrecken konnte, und deren genaue Zusammensetzung man evtl erst eine Stunde vorher erfahren würde, galt es, die Struktur richtig zu wählen (eigentlich die einzige Aufgabe des Trainers vor Ort). Die Organisation war aber beispielhaft, und so stand schon um 10 Uhr fest, dass Lilith im 9. Lauf auf Bahn 2 an den Start gehen musste.
Und das tat sie auf fantastische Art und Weise! Unter diesem Link kann man sich im offiziellen Livestream des DLV anschauen, wie sie sich vom 44. Platz der Melde- auf den 25. Platz der Ergebnisliste verbesserte. Bis auf 9 Hundertstel lief sie auf Bahn 2 an ihre auf Bahn 4 gelaufene Hallenbestzeit ran! (*)
Und nicht nur deswegen, liebe Lilith: Wieder mal eine sehr gute Leistung zum richtigen Zeitpunkt, die angesichts der widrigen Umstände kaum hoch genug bewertet kann!
(*) Dazu muss man anmerken, dass die einzelnen Bahnen in der Halle strukturell kaum miteinander zu vergleichen sind: auf Bahn 4 läuft man immer besser als man auf Bahn 3 gelaufen wäre, auf Bahn 3 immer besser als auf Bahn 2 etc. Das geht soweit, dass in den Finalläufen noch nicht einmal die schnellsten Beiden in einem Lauf gegeneinander antraten, sondern in zwei verschiedenen Läufen auf Bahn 4, die dritt und viertschnellsten nacheinander auf Bahn 3 usw.




